Burnout Boreout Ulrike Rauwolf

Burnout bezeichnet den Erschöpfungszustand aufgrund einer überfordernden Arbeits- bzw. Lebenssituation. Er betrifft Personen, die sich für ihre Arbeit sehr engagieren und dabei ihre eigenen Grenzen übersehen. Ausbrennen kann nur, wer vorher gebrannt hat! Aufgrund des leidenschaftlichen Arbeitseifers wird die Not dieser Menschen oft übersehen! Auch ganze Teams können, wenn Sie lange Zeit über ihre Grenzen arbeiten, vom Burnout betroffen sein.

Boreout beschreibt demgegenüber die krankmachenden Folgen, wenn Menschen mit ihrer Arbeitssituation unterfordert sind. Wenn es zu wenig zu tun gibt oder die eigene Arbeit als sinnlos erlebt wird, führt die Langeweile vielfach zu massivem Stress. Um die Langeweile zu überspielen, werden oft irgendwelche andere Tätigkeiten ausgeführt, die oft – z.B. aus Angst vor Arbeitsverlust – verheimlicht werden müssen. So wird die äußere Geschäftigkeit begleitet von immer stärker werdenden Gefühlen der eigenen Wertlosigkeit und des Kompetenzverlustes.

Die Auswirkungen von Burnout und Boreout sowie die notwendigen Hilfestellungen sind ähnlich. Die letzte Stufe in der Burnout und Boreout Entwicklung ist jeweils die Depression. Diese bedarf ärztlicher und therapeutischer Behandlung.

Je früher Sie aus der Negativspirale aussteigen umso besser!

Holen Sie sich Unterstützung, wenn Sie folgende Anzeichen wahrnehmen:

 

  • Häufiges auf die Uhr sehen
  • große Müdigkeit nach der Arbeit
  • Konzentrationsschwierigkeiten
  • Verlust von positiven Gefühlen gegenüber den zu betreuenden Klient_innen, Kindern…
  • Schubladisieren von anderen Personen
  • Schlafstörungen
  • Rückzug
  • Vermeiden von Arbeitsdiskussionen
  • Alkohol- und Medikamentenmissbrauch
  • Gereiztheit
  • häufiges Kranksein
  • Widerwillen zur Arbeit zu gehen
  • Schuldgefühle
  • sich wie abgeschnitten von der Welt fühlen

 

 

Was kann die Organisation tun, um die psychische Gesundheit ihrer MitarbeiterInnen zu erhalten bzw. zu verbessern?

 

  • Klare Stellenbeschreibungen formulieren!
  • Für eine angemessene Arbeitsauslastung sorgen!
  • Die Arbeit im Team transparent und ausgewogen verteilen!
  • Die Teamentwicklung fördern!
  • Rückzugsmöglichkeit schaffen!
  • Die Arbeit so einteilen, dass sie mit möglichst wenigen Unterbrechungen verrichtet werden kann!
  • Persönliche Rückmeldung und strukturelle Anerkennung geben!
  • Erfolgsmaßstäbe der Arbeit ersichtlich machen!
  • Informationsmengen reduzieren!
  • Abwechslung und Gestaltungsspielraum bieten!
  • Offene Kommunikation auf den hierarchischen Ebenen ermöglichen!
  • Qualifizierung und Weiterbildung fördern!
  • Externe Reflexion der Arbeit durch Coaching und Supervision anbieten!

 

 

Was können Sie selber tun, um Ihre psychische Gesundheit zu erhalten?

 

  • Nehmen Sie Ihre Eigenverantwortung ernst! Achten Sie auf sich!
  • Gönnen Sie sich Auszeit!
  • Halten Sie konstruktive Pausen ein!
  • Machen Sie ein Tagesresümee mit dem Gedankenstopp: „Das soll für heute genug sein!“
  • Hinterfragen Sie den Wunsch nach Bestätigung durch andere in der Arbeit!
  • Bemühen Sie sich um Lösungen und nicht um Sympathien!
  • Drücken Sie ihre Gefühle aus und stehen Sie zu ihren Grenzen!
  • Spüren Sie nach, was Ihnen Freude macht!
  • Pflegen Sie berufsfremde Interessen!
  • Achten Sie auf genügend Distanz zu Ihren Kund_innen und sind Sie, wenn möglich per Sie! (Reduktion der Identifikation!)
  • Sehen Sie die Institution, ihre Arbeit und ihr Team mit Licht- und Schattenseiten!
  • Reflektieren Sie Ihre Situation in Supervision und Coaching!
  • Gönnen Sie sich eine Fortbildung, wo Sie möglichst viel Neues erfahren!
  • Pflegen Sie soziale Kontakte außerhalb des Arbeitsfeldes!
  • Nehmen Sie sich Zeit für körperliche und geistige Fitness!
  • Genießen Sie die Natur, Musik, Meditation, eine Tätigkeit oder Hobby, wo Sie sich vollständig hingeben können!

 


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